Beruf

#003 – Beruf- Berufung-Business

Wieviel Spaß und Energie bringt dir dein Job?

Ich höre schon die ersten aufschreien, die sagen „Spaß?! Ich muss ja von irgendwas leben, da ist Spaß und Freude kein Thema.“„Muss halt“, wie man hier im Pott bei uns so sagt.

Nun, es ist schon richtig, du darfst für deinen Lebensunterhalt sorgen. Aber wer sagt denn, dass das nicht Freude machen darf?

Das ist kein Luxus, sondern dein Recht und deine Aufgabe, dafür zu sorgen. Das wird kein anderer für dich tun.Ich selbst habe mich durch einige Jobs gequält und war todunglücklich. Von außen kamen nur die Kommentare, dass ich mich doch endlich mal zufrieden geben sollte und beständig sein sollte. Irgendwann hab ich das auch versucht und vielleicht kannst du dir vorstellen, was passiert ist. Noch mehr innerliche Qualen.Wenn du den Job hast, in dem du dich wohl fühlst, zu dem du gerne hin gehst, der dir wohlmöglich sogar noch Energie gibt, anstatt dich leer zu saugen, dann ist alles wunderbar. Entwickle dich innerhalb diesen Jobs weiter!

 

Wenn du aber ständig ausgelaugt, unglücklich, traurig, gelangweilt oder ähnliches bist, dann werde aktiv!Das muss nicht heißen, dass du sofort den Job kündigst, aber das heißt, du solltest schauen, woran das liegt. Vielleicht gibt es Stellschrauben, die du in deinem Job etwas drehen kannst, so dass du wieder Spaß daran hast. Vielleicht wäre es gut den Arbeitgeber zu wechseln, vielleicht nur die Abteilung. Vielleicht wäre es gut die Tätigkeit zu wechseln oder einfach mal ein klärendes Gespräch zu führen….

Wichtig ist zu wissen, was du willst und was du brauchst und was deine inneren Antreiber sind. Dementsprechend sollte (nicht nur) dein Job gewählt sein. Es ist wichtig, wirklich tief und ehrlich in sichzu schauen, was dich ausmacht, um nicht wieder in die nächste ungute Jobsituation zu stolpern.

 

Ich habe da, wie gesagt, meine eigenen Erfahrungen, aber auch aus vielen Gesprächen in meiner Funktion als Karrierecoach, die unterschiedlichsten Ausprägungen und Schweregrade dieses Dilemmas erfahren und bearbeiten dürfen. Und das hieß nicht immer „Hey, ich kündige und mache mich selbstständig und bin ab da glücklich und erfolgreich.“ Nein, wie gesagt, das liegt in dir, was und wie du es brauchst.

 

Wenn du unglücklich bist mit deinem Job, aber resignierst und die Zähne zusammenbeißen willst, dann kann ich dir nur sagen, dass das dein ganzes Leben beeinflusst. Du gibst den Job nicht an der Haustür ab, er begleitet dich, sitzt in deinem Gemüt, beeinflusst deine Beziehungen und deine Gesundheit. Ich habe mit vielen Menschen zusammengearbeitet, die aus einem Burn–Out kamen, den es erst brauchte, damit sie das begriffen haben. Bei manchen hat auch der nicht gereicht.

Ich habe auch mit nicht wenigen Menschen gearbeitet, die im fortgeschrittenen Alter von ihrer Firma mehr oder weniger ungalant entsorgt wurden. Und ich durfte mit ihnen diesen ersten Schock aufarbeiten und dann den zweiten, bei dem sie erkannten, wieviel Jahre sie nicht wirklich gelebt und an ihrem Job verschenkt hatten. Solche Kündigungen sind der harte Weg, endlich mal die Richtung zu wechseln.

 

Nimm dir die Zeit und setz dich mal hin und horch in dich hinein. Nimm das schöne Tool der Skala. Von auf eine Skala von 1-10, wo liegt deine Zufriedenheit im Job?

Wenn 1 „Ich möchte gar nicht aufstehen und habe Bauchschmerzen, wenn ich nur an Arbeit denke“ ist und 10 „I love my job. Das ich dafür auch noch Geld bekomme, ist ein Bonus oben drauf.“ Wo liegst du?

Ich würde sagen ab 7 abwärts, ist es Zeit sich Gedanken zu machen.

 

Und dann kannst du dich weiter fragen: 

Liegt das an meiner Tätigkeit? Oder an den Umständen, wie ich diese Tätigkeit ausführen soll? Wie komme ich mit den Kollegen zurecht? Bin ich überfordert oder unterfordert? Was macht mir eigentlich richtig Spaß? Wo vergesse ich die Zeit? Und was geht mir total gegen den Strich und hat mir noch nie Spaß gemacht? 

 

Erlaube dir hier wirklich ehrliche Antworten. Und hab Geduld. In meinen Coachings ist es häufig so, dass wir länger „graben müssen“, bis wir die eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse wieder finden.

Ich habe sie vorhin schon erwähnt, die inneren Antreiber, die spielen eine immense Rolle. Diese bekommst du in die Wiege gelegt und im Zuge unserer „Vergesellschaftung“ passiert es oft, dass „Der Fisch auf Bäume klettern soll“.

Ein Beispiel: Es gibt das wunderbare PLD-Paar (Personal Life Driver) Führung und Dienstleistung. Nehmen wir an, du hast Dienstleistung hoch ausgeprägt, für dich gibt es nichts Schöneres, als zum Beispiel Gästen einen schönen Aufenthalt zu bereiten. Statt dessen sitzt du als Teamführung im Büro und sollst anderen sagen, was sie tun und lassen sollen und deren Arbeit überprüfen. Da wird es wahrlich schwer, nicht unglücklich zu werden. Oder umgekehrt, du hast Führung hoch ausgeprägt und musst jeden Schritt von deinem Büroleiter kontrollieren lassen und für alles um Freigabe bitten…. Du ahnst es. Wenn dich das PLD-Analyse Thema interessiert, kann ich dir gerne mehr darüber erzählen und dir empfehlen, wer dir da am besten auf die Sprünge hilft. 

 

Wenn du zu den Selbstständige gehörst, gibt es auch dort natürlich die Gefahr ins Hamsterrad zu rutschen. Aufträge müssen her, Vorstellungen davon, wie etwas landläufig zu machen sei, Verantwortung… Das lässt uns auch bisweilen aus den Augen verlieren, wofür dieser Weg ursprünglich beschritten wurde. Der Arbeitsmarkt ist in einem rasanten Wandel. Das war er vor 2020 auch schon, doch jetzt hat es noch mal richtig Fahrt aufgenommen. Es bleibt kaum einer mehr in einer Firma, bis er die goldene Uhr bekommt. Sich neu zu erfinden ist mittlerweile nicht nur, nicht mehr schlimm, es ist ein Muss und hey, dass ist der natürliche Gang unserer Welt. Anpassung. Sie geschieht überall. Nur im Arbeitsleben wurde das sehr lange auf vielen Ebenen ausgeblendet.

 

Lass dich nicht von der Angst: „Ich kann froh sein, einen Job zu haben“ lähmen. Ja, solche Schritte sollten durchdacht und gut geplant sein. Allein ist das manchmal nicht leicht, weil man für sich betriebsblind ist oder nicht von den ganzen Möglichkeiten, die es gibt weiß, seine inneren Antreiber nicht kennt oder einem unterwegs schlichtweg der Mut verlässt.

Auch hier bin ich gerne für dich da, wenn du Begleitung in diesem Prozess benötigst.Und solltest du bereits arbeitslos sein, gibt es auch Wege Unterstützung zu erhalten. Da kann ich dir auch gerne so manchen Tipp und Empfehlung geben. Wie gesagt, schreib mir, ruf an, wie du es am liebsten magst und wir schauen zusammen, wie du dich auf den Weg machen kannst.

Ich hoffe ich konnte dir heute wieder so manchen Denkanstoß verpassen. 

Und vielen Dank für das Feedback, was mich bisher erreicht hat. Das hat mich unheimlich gefreut und steigert meine Freude an der Arbeit, die ich machen darf.

 

Hab eine gute Zeit, ich wünsche dir viel Spaß beim Leben,

deine Jennifer

Foto: Andrea Piacqua